Logistik neu vernetzt

Mit jedem neuen Produktionsstandort wächst nicht nur das Netzwerk von Progroup, sondern auch die Komplexität der Logistik. Täglich müssen europaweit mehr als 1.500 Transporte koordiniert ­werden. Von Altpapier über Wellpappenrohpapierrollen bis hin zu Wellpappformaten für Kunden. Damit Warenströme künftig noch effizienter, transparenter und zuverlässiger gesteuert werden können, bereitet Progroup die nächste Entwicklungsstufe ihrer digitalen Logistik vor.

1.500

Transporte täglich

24/7

Track & Trace

100%

Auslastung

Zentrales

digitales Tracking

„Nur wenn wir das gesamte Netzwerk betrachten, können wir es optimal steuern.“

Simone Vosseler

Sammelkarte_15_Göttel-Vosseler_DE

Das Herzstück soll ein neues Transportmanagementsystem sein, das künftig sämtliche Prozesse auf einer Plattform zusammenführt. „Zuverlässigkeit ist unser zentrales Versprechen an unsere Kunden“, sagt Simone Vosseler, Bereichsleiterin Supply Chain Management. „Dafür brauchen wir vollständige Transparenz über alle Warenströme. Nur wenn wir das gesamte Netzwerk sehen, können wir es optimal steuern.“ Bereits heute werden einzelne Elemente der Transportkette digital unterstützt. Mit dem neuen System soll künftig jedoch erstmals das komplette Transportnetzwerk in einer integrierten Lösung zusammenlaufen. Denn in der Praxis hängen sämtliche Warenströme eng zusammen. So liefert beispielsweise ein Lkw Papier an ein Wellpappwerk. Statt leer zurückzufahren, übernimmt er anschließend Wellpappformate für einen Kunden. Von dort kann er wiederum Altpapier oder Paletten aufnehmen und zur Papierfabrik oder in ein Wellpappwerk zurückbringen. Solche Transportketten intelligent miteinander zu verbinden, reduziert Leerfahrten, verbessert die Auslastung und erhöht gleichzeitig die Flexibilität im gesamten Netzwerk. „Aktuell betrachten wir viele Warenströme noch getrennt voneinander“, erklärt Vosseler. „Künftig wollen wir sie integriert planen und steuern. Erst dadurch entsteht echtes Optimierungspotenzial.“

Mehr Transparenz im End-2-End ­Warenstrom – vom Rohstoff bis zum Kunden

Neben einer effizienteren Disposition steht vor allem die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette im Mittelpunkt. Das neue Transportmanagementsystem soll Informationen zu Transportstatus, Abweichungen oder Verzögerungen künftig deutlich besser sichtbar machen. Track & Trace wird zwar bereits heute eingesetzt, allerdings arbeiten zahlreiche externe Speditionen mit unterschiedlichen technischen Standards. Die neue Plattform bündelt diese Informationen und schafft so eine einheitliche Datenbasis für Kunden und Zulieferer. „Wir arbeiten nicht mit einer einzigen Spedition, sondern mit vielen unterschiedlichen Partnern“, erklärt Alexander Göttel, Bereichsleiter von Prosystems, der Prozess- und IT-Abteilung von Progroup. „Genau deshalb brauchen wir optimale Abläufe und eine gemeinsame digitale Plattform, die diese Informationen zusammenführt und für alle nutzbar macht.“ Lieferungen werden dadurch planbarer, Abweichungen können früher erkannt und kommuniziert werden. Langfristig sollen Kunden über Self-Service-Lösungen jederzeit nachvollziehen können, wo sich ihre Lieferung befindet und wann sie voraussichtlich eintrifft. Dabei geht es um weit mehr als die Einführung einer neuen Software. Sie schafft die Grundlage, sämtliche Prozesse von der Kundenbestellung über Produktion bis zur Auslieferung unternehmensweit zu harmonisieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Angefangen beim Transportbedarf über die Disposition bis hin zur Auslieferung. „Ein guter Prozess ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung. Ansonsten haben wir einfach eine unzureichende digitale Replik eines unzureichenden Prozesses“, bringt Göttel den Ansatz auf den Punkt. „Deshalb optimieren wir zuerst die Abläufe und übertragen sie anschließend in die digitale Welt.“ Gleichzeitig eröffnet die moderne Systemlandschaft neue Möglichkeiten für Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen. Perspektivisch bildet sie auch die Grundlage für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Transportplanung.

„Ein guter Prozess ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung.“

Alexander Göttel

Gemeinsam zum Ziel

Dass ein Projekt dieser Größenordnung nur gemeinsam gelingen kann, erleben die Projektverantwortlichen bereits heute. Supply Chain Management, Produktion, Logistik, der kaufmännische Bereich, Prozessmanagement, IT und viele weitere Bereiche arbeiten eng zusammen. „One Team, One Progroup ist hier keine Floskel, sondern Voraussetzung für den Erfolg“, betont Göttel. Unterschiedliche Perspektiven seien ausdrücklich erwünscht. Entscheidend sei dabei stets der Blick auf den Gesamtprozess. Auch die Rückmeldungen aus den laufenden Workshops zeigen, dass die bereichsübergreifende Zusammenarbeit funktioniert. Die gemeinsame Gestaltung der zukünftigen Prozesse sorgt bereits jetzt für viel Engagement und eine hohe Identifikation mit dem Projekt. Aktuell befindet sich das Transportmanagementsystem in der Vorprojekt-Phase. Der Go-live ist derzeit für 2028 vorgesehen.

Wer langfristig erfolgreich sein will, muss die Weichen frühzeitig stellen. Mit der Modernisierung der digitalen Logistikinfrastruktur schafft Progroup die Grundlage für eine noch intelligentere Steuerung ihrer europaweiten Warenströme. Das Unternehmen investiert damit nicht nur in neue Technologien, sondern vor allem in seine Zukunftsfähigkeit. Oder wie Simone Vosseler es formuliert: „Nicht nur moderne Werke machen uns zum Kosten- und Innovationsführer. Genauso wichtig sind digitalisierte Prozesse, um unser gesamtes Netzwerk effizienter zu steuern.“

Logistik neu vernetzt