POWER OF KNOWLEDGE
INNOVATION UND KOOPERATION
Wissen ist die einzige Ressource, die zunimmt, wenn man sie teilt. Getreu diesem Motto wollen Progroup und die JH Holding ihr Wissen nicht nur allen Mitarbeitenden, sondern auch den Kunden weitergeben. Dazu werden neue digitale Formate entwickelt, die eine neue Ära in der Wissensvermittlung einläuten.

Wissen austauschen, Netzwerke nutzen
BoxHub nennt sich die neue digitale Plattform, welche die JH Holding exklusiv für Progroup-Kunden entwickelt hat. Ein virtuelles Netzwerk, das den rund 500 Unternehmen aus der Verpackungsbranche hilft, Wissen zu bündeln, Synergien zu nutzen und Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Der Auftrag ist wieder einmal umfangreicher als gedacht, die Zeit drängt – und ohne Unterstützung ist er kaum zu bewältigen. In genau solchen Momenten zeigt sich die Kraft eines funktionierenden Netzwerks. Hier setzt BoxHub an.
Die Plattform eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Auftragsabwicklung: Sie bringt Anbieter und Nachfrager digital zusammen. Das zugrundeliegende Prinzip ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: BoxHub funktioniert wie ein digitaler Marktplatz, vergleichbar mit eBay – nur mit einem entscheidenden Unterschied: Statt gebrauchter Möbel oder Spielzeuge findet man hier maßgeschneiderte Wellpappverpackungen – nagelneu, in sämtlichen Formen und Größen, bereit zur sofortigen Auslieferung.
„Es geht darum, Aufträge so untereinander zu koordinieren, dass die Stärken im Netzwerk optimal genutzt werden können“, erklärt Niclas Frank, Business Development Manager bei der JH Holding. „BoxHub macht das Potenzial der Gemeinschaft konkret nutzbar – pragmatisch, partnerschaftlich und zukunftsorientiert.“
Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Ein Verpackungshersteller erhält eine Kundenanfrage für eine spezifische Wellpappverpackung, die er bislang nicht in seinem Portfolio führt. Zur Umsetzung fehlen ihm sowohl die entsprechenden Maschinenkapazitäten als auch das notwendige produktspezifische Know-how.
Wettbewerbsvorteil für Progroup-Kunden
Genau hier setzt BoxHub an. Anstatt den Auftrag abzulehnen und den Kunden zu verlieren, kann der Hersteller den Auftrag über BoxHub im Netzwerk veröffentlichen. Dadurch erhalten andere Partner innerhalb des Netzwerks die Möglichkeit, sich für die Produktion des Auftrags zu bewerben. Kommt es zu einer erfolgreichen Vermittlung, wird der Auftrag von einem qualifizierten Netzwerkpartner gefertigt.
Das Ergebnis: Der anfragende Hersteller bleibt lieferfähig und zuverlässig – auch über die eigenen Produktionsgrenzen hinaus. Gleichzeitig profitieren die Netzwerkpartner von zusätzlichen Aufträgen und einer verbesserten Fertigungsauslastung. Eine klassische Win-win-Situation, die Effizienz, Kooperation und Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des Netzwerks gezielt fördert, gestützt durch transparente und strukturierte Abläufe.
Drei Schritte zur produktiven Partnerschaft
Der Produzent beschreibt in der Plattform seinen Auftragswunsch. Zunächst klickt er einen der bereits hinterlegten FEFCO-Codes an. Dabei handelt es sich um international genormte Codes zur Kennzeichnung von Wellpappverpackungen. Sie wurden von der Fédération Européenne des Fabricants de Carton Ondulé definiert und erleichtern die Kommunikation zwischen Herstellern, Kunden und Lieferanten. Darüber hinaus gibt er die Mengenangabe sowie seine Preisvorstellungen und gegebenenfalls noch weitere gewünschte Spezifikationen an. Er muss fast nichts selbst formulieren, die Plattform fragt alle relevanten Angaben ab. Diese Auftragseingabe kann jedes registrierte Unternehmen innerhalb des BoxHub-Netzwerks einsehen.
Die Bewerbung eines Unternehmens auf die Auftragsanfrage ist ausschließlich für das ausschreibende Unternehmen sichtbar. „Die anderen Netzwerkteilnehmer können nicht verfolgen, wer mit wem über diesen Auftrag kommuniziert und verhandelt“, stellt Niclas Frank klar. Auch sieht die JH Holding nicht, welcher Preis am Ende gezahlt wurde. „Wir erfahren nur, ob ein Vertragsabschluss zustande kam, überprüfen aber nicht, ob dieser auch tatsächlich umgesetzt wurde. Es handelt sich somit um ein reines Vermittlungsgeschäft unsererseits.“
Die Plattform wird zunächst für einen kleinen Nutzerkreis ausgerollt. BoxHub soll vor allem funktional und niedrigschwellig sein: Alle Informationen über neue Auftragseingaben erhalten die Nutzer automatisch per E-Mail. Zukünftig soll eine Anbindung an deren ERP-Systeme die Nutzung weiter vereinfachen.
Unternehmen stärken sich gegenseitig
Eine Vermittlungsgebühr erhebt die JH Holding nicht – die Plattform ist über ein Abo-Modell zugänglich. „Der Fokus liegt für uns klar in der Stärkung unseres Netzwerks, getreu dem Motto ‚Better together‘“, ergänzt Niclas Frank, der das Projekt gemeinsam mit Philipp Blank von der Professionals Academy und dem IT-Beratungsunternehmen Krallmann AG entwickelt hat.
In der nächsten Ausbaustufe soll die Plattform internationalisiert werden, um allen Progroup-Kunden den Zugang zu ermöglichen. Auch die umgekehrte Vermittlung ist bereits in Planung: Anstelle eines konkreten Auftrags soll es bald möglich sein, freie Maschinenkapazitäten über die Plattform anzubieten. Zudem soll dann auch ein Tracking und Tracing hinzukommen, das es ermöglicht, Aufträge lückenlos und jederzeit zu verfolgen.
Langfristig plant das Team, BoxHub um einen zentralen Baustein zum Wissensaustausch zu ergänzen. Ein systematischer Austausch von Verpackungslösungen, Entwicklungsimpulsen und Marktkenntnissen soll ermöglicht werden.
„In unserem Geschäftsmodell liegt eine große Chance: Durch gezielte Kooperationen und den systematischen Austausch von Wissen können wir Synergien heben, die weit über die Möglichkeiten, die jeder für sich alleine hat, hinausgehen. Wenn es uns gelingt, dieses Wissen intelligent zu vernetzen, werden Progroup und ihre Kunden die Zukunft des Marktes aktiv mitgestalten können – und dabei als Ganzes mehr sein als die Summe ihrer Teile“, fasst Niclas Frank zusammen.
„Es geht darum, Aufträge untereinander zu tauschen und so die gemeinsamen Stärken im Netzwerk zu nutzen.”
„Frag doch mal PiA!“
Technologie kann nahbar und zu jeder Uhrzeit eine Hilfe für die tägliche Arbeit sein. Das beweist der Chatbot PiA, den die Experten von Prosystems gemeinsam mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Abteilungen entwickeln und trainieren.
Welche unserer Werke haben ein Hochregallager? Was ist das EBITDA? Und wie rechne ich eigentlich eine Dienstreise ab? Mitarbeitende stellen sich täglich Fragen, auf die sie auf die Schnelle keine Antwort finden. Experten von Prosystems, dem Progroup-internen Bereich für Digitalisierung und Prozessoptimierung, arbeiten daran, dass generative KI diese Lücke künftig für alle Mitarbeiter schließt – rund um die Uhr. „Frag doch mal PiA“ könne zum geflügelten Wort im Unternehmen werden, erklärt Alexander Göttel, Leiter des Bereichs Prosystems. Der Chatbot weiß auf viele Fragen innerhalb der Progroup-Welt eine Antwort oder kann zumindest sagen, wo sie zu finden ist.
Darüber hinaus steht auch der Aufbau einer Wissensdatenbank an. Die Mitarbeitenden in den einzelnen Bereichen sind aufgerufen, ihr teils über viele Berufsjahre gesammeltes Expertenwissen zu teilen: Das heißt, die relevanten Fragen zu identifizieren und den Chatbot mit diesen und den dazugehörigen Antworten zu füttern. Verwendet werden nur unternehmenseigene Daten. Insbesondere das Onboarding könne mithilfe der KI ergänzt und erleichtert werden, so Göttel. „Die KI fasst komplexe Fragestellungen sehr konkret zusammen und die Fragen können anonym gestellt werden“, erklärt der IT-Chef Alexander Göttel und ergänzt: „Gerade neue Mitarbeitende stolpern oft über Hürden, die niemand sieht – interne Kürzel, ungeschriebene Regeln, die kleinen Eigenheiten des Unternehmensalltags. Wer fragt, outet sich vielleicht unfreiwillig. Wer schweigt, bleibt im Dunkeln. PiA ändert das. Eine KI, die nicht nur Antworten gibt, sondern Unsicherheiten abbaut. Das schafft wichtiges Wissen.“
Damit PiA keine fehlerhaften Antworten gibt, müssen die Daten laufend aktualisiert werden. Derzeit testen mehrere Teams den digitalen Assistenten. Etwa um Fragen zur Produktion von Wellpappe zu beantworten oder Logistikprozesse zu bestimmen. Experten aus den einzelnen Bereichen prüfen die Antworten und geben ihr Feedback an Prosystems. „Je mehr man diese KI nutzt, umso mehr Ideen kommen, welche Anwendungsfälle noch trainiert werden können. Jedes Feedback aus der Organisation ist ein wichtiger Input für PiA“, so Alexander Göttel. Er gewährt Einblick in eine mögliche Zukunft: Künftig könnte PiA nicht nur intern unterstützen, sondern auch extern zum Einsatz kommen. Etwa um Kunden rund um die Uhr bei Fragen zu Produkten oder Lieferungen zur Seite zu stehen. Ein leiser, aber deutlicher Hinweis darauf, wohin die Reise gehen könnte. Bis dahin heißt es aber bei Progroup weiterhin: Frag doch mal PiA. Und: Trainieren, Trainieren, Trainieren.
Je mehr man diese KI nutzt, umso mehr Ideen kommen, welche Anwendungsfälle noch trainiert werden können.
Learning Nuggets: Lerneinheiten verständlich serviert
Die Progroup Learning Nuggets machen Appetit auf Wissen. Die kleinen Lerneinheiten sind für alle Mitarbeitenden kompakt und praxisnah verfügbar.
In einer Welt, in der Aufmerksamkeit zur Währung geworden ist, müssen auch Lernformate neu gedacht werden. Heute werden sie in kleinen Portionen serviert – mundgerecht, innovativ und gerne mit Play-Button. Statt langer Schulungstage und unhandlicher Unterlagen setzen Julia Kluck und Sarah Köhler auf ein anderes Rezept: Die Progroup Learning Nuggets. Gemeinsam leiten die beiden im Co-Leadership den Bereich Unternehmenskommunikation und Marketing (UKM) bei Progroup und haben sich zum Ziel gesetzt, Wissen so zugänglich zu machen wie einen guten Snack: kompakt und leicht verdaulich. Wohlwissend um die besondere Herausforderung, komplexe Zusammenhänge kurz und prägnant darzustellen.
Denn Wissen, so die beiden, sei nur dann wirklich wertvoll, wenn es geteilt werde. Und zwar dort, wo es gebraucht wird: Niedrigschwellig und pointiert zwischen zwei Terminen, unterwegs auf dem Handy oder als kurzer Impuls. Was früher ein mehrseitiges PDF war, ist heute ein maximal fünf Minuten langer Clip mit klarer Botschaft: Du musst nicht alles wissen, aber wenn du es brauchst, ist es sofort und jederzeit verfügbar. Einfach zwischendurch. Ganz ohne Kalorien, dennoch immer mit Substanz.
Die Nuggets sind kein „Learning light“, sie sind „Learning smart“.
Appetit auf Wissen: Avatare „Violante“ und „Hada“ präsentieren Lernen à la carte
Die Umsetzung ist ebenso effizient wie modern: KI-Avatare wie „Violante“ und „Hada“ führen mehrsprachig durch die Themen – von Compliance über Kreislaufwirtschaft bis zur Unternehmensstrategie. Produziert und getextet werden die Inhalte in der Abteilung UKM, mit Unterstützung durch Tools wie ChatGPT, HeyGen und Copilot. Das Ergebnis ist ein interaktiver, mehrsprachiger Impulsgeber. Auf Knopfdruck im Intranet oder der Mitarbeiter-App verfügbar, egal ob am Desktop oder auf dem Smartphone.
Jeden Monat frisch serviert
Die Nuggets entstehen in enger Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen und spiegeln aktuelle, unternehmensrelevante Themen wider. Dabei geht es nicht um passive Wissensvermittlung, sondern um konkrete Anknüpfungspunkte im Arbeitsalltag. So entstehen Lernimpulse mit echtem Mehrwert. Effizient produziert, ohne Reisekosten oder zeitaufwendige Schulungsformate, dafür mit Wirkung: Im Intranet bildet sich ein lebendiges internes Wissensarchiv, das ständig wächst.
Die Nuggets sind kein „Learning light“, sie sind „Learning smart“. Sie machen Lust auf Wissen und stärken dabei vor allem die Eigenverantwortung für kontinuierliche Entwicklung. Ein- bis zweimal im Monat erscheinen neue Nuggets. Die Themen gehen dabei so schnell nicht aus – längst melden sich Kolleginnen und Kollegen mit Ideen, Wünschen und Fragen. Und auch die unternehmensinterne KI „PiA“ soll bald lernen, auf passende Nuggets zu verweisen.